Sonntag, 21. August 2016

Ein mörderisches Interview zu Mord am Hellweg


Hallo meine Lieben!


In etwas mehr als 3 Wochen geht "Mord am Hellweg" in die 8. Runde. Ein tolles Festival, über das ich in der Vergangenheit schonmal berichtet habe.

Ich bin definitiv ein Fan dieses Krimifestivals, denn alle zwei Jahre kommen hochkarätige Autoren aus der ganzen Welt in die Hellweg-Region und stellen ihre eigenen Bücher vor, oder aber sie waren im Vorfeld in dem Ort, in dem sie ihre Lesung halten, zur Recherche.

Nun ist es mir gelungen, mit den beiden Verantwortlichen des Festivals ein Interview zu führen, worüber ich mich sehr freue.

Meine Interviewpartner waren:

Sigrun Krauß, die Bereichsleiterin Kultur der Kreisstadt Unna, sowie

Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro Unna e.V.


Copyright Foto: Kreisstadt Unna


Ich wünsche euch nun viel spass bei dem Interview, in der Hoffnung, euch "Mord am Hellweg" noch ein wenig näher zu bringen.




1. Wie entstand denn nun genau die Idee, ein solch großes Festival auf die Beine zu stellen? Wer brachte die Ideen an den runden Tisch?
 
„Mord am Hellweg“ hatte einen „Vorläufer“. 1999 haben wir (Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro Unna e.V. und Sigrun Krauß, Bereichsleiterin Kultur der Kreisstadt Unna) das Projekt „Stimmengewirr-Literaturstop Hellweg“ mit Autoren aus 22 Ländern durchgeführt. Der Grundgedanke war, eine Region, die zudem im Wandel begriffen ist, zum Schauplatz von Literatur zu machen. Kulturen, Sprachen, die auf diesen Handelswegen in die Region kamen, haben diese Region mitgeprägt. Die großen Handelswege kreuzen diese Region. Viele Menschen reisen hier durch, sind hier geblieben, haben sich hier verwurzelt und mit ihrer Kultur die Region bereichert. Die Landesstelle Unna Massen ist die erste Station für Asylsuchende, Aussiedler etc. in einem neuen Lebensabschnitt.
Lesungsorte waren Lokalitäten, die den Wandel von einer Industrieregion zur Dienstleistungsregion illustrierten, ungewöhnliche Orte. Das stieß nicht bei allen Projektpartnern auf gleich große Resonanz, fanden bis dahin doch die Lesungen an den klassischen Leseorten statt.
Der Name und die Geschichte des Hellweges haben uns dann nach erfolgreicher Durchführung des oben skizzierten Projektes dazu animiert, den Krimi als literarische Gattung in den Vordergrund zu stellen. Zudem liegt die Region Hellweg mitten in Europa, an den Kreuzungspunkten großer europäischer Verkehrswege. Hier muss und musste praktisch alles durch, was von Ost nach West, von Nord nach Süd wollte oder umgekehrt.
Nicht nur Karl der Große zog mit seinen Truppen hier durch, auch Wegelagerer, Mörder und Verbrecher haben in der Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Heute sind es vielleicht eher Autoschieber oder andere Kriminelle und Verbrecher, die sich diese Verkehrswege zu Nutze machen.
Was lag also näher, als in dieser Region ein großes internationales Krimievent anzusiedeln. Vertreten sind auf diesem Festival nationale und internationale KrimiautorInnen. Das passt doch in die Region.
Europas größtes internationales Krimifestival hat seinen Namen vom berühmtesten aller Hellwege, der mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße von Duisburg nach Paderborn. Der Name Hellweg soll unter anderem neben Salz- auch Toten- oder Höllenweg lauten, abgeleitet von der altgermanischen Göttin des Todes, Hel. Auf dem Hellweg hat bereits Karl der Große seine für Europas Geschichte maßgeblichen Sachsenfeldzüge organisiert. Die Region war und ist Knoten- und Verkehrsschnittpunkt in der Mitte Europas. Der Hellweg liegt um das auch für Europa verkehrstechnisch bedeutende Kamener Kreuz herum, Schnittstelle der Autobahnen A1 und A2.  
 
 
2. Nun sind ja nicht nur nationale Autoren dabei, sondern auch Internationale Größen, wie Tess Gerritsen in diesem Jahr, oder Chris Carter. Worüber sich natürlich auch viele freuen, dass Cody McFadyen ebenfalls nach Deutschland kommt.
Wer sucht die Autoren aus? Darf man als Besucher des Festivals auch Wünsche äußern, wer mal unbedingt dabei sein sollte?


Ja, wir freuen uns auch sehr, dass Cody McFadyen zum Festival kommt, aber auch über viele weitere Autorinnen und Autoren. Wünsche äußern darf jeder… ob sie erfüllt werden? Das hängt von vielem ab, was wir nicht immer steuern können. Ein solch großes Festival benötigt Intendanten, die die inhaltlichen Linien vorgeben, eine Aufgabe der Festivalleitung von „Mord am Hellweg“. Dazu gibt es ein kreatives Team, das die Krimilandschaft ebenfalls durchforstet. Qualität ist ein wichtiges Merkmal des Festivals. und so präsentieren wir Spitzenautorinnen und -autoren aus dem nationalen und internationalen Krimigenre. Voraussetzung ist in der Regel, dass sie eine Neuerscheinung im Festivaljahr auf dem Markt haben. „Mord am Hellweg“ ist Europas größtes internationales Krimifestival, das aber dabei nicht nur auf große Namen setzt, die sich bereits etabliert haben, sondern auch immer wieder auf der Suche nach Newcomern ist, nationalen wie internationalen.



3. Alle zwei Jahre findet das Festival statt. Und zu jedem Festival gibt es auch die Krimi-Anthologie. Wie entstehen die Ideen zu dem jeweiligen Titel? Das letzte zum Beispiel hieß: Sexy. Hölle. Hellweg VII
Bringen die Autoren, die an den jeweiligen Orten recherchieren ihre Ideen mit ein, also für den Titel oder steht der vorher schon fest?


Zum Thema für die Anthologie gibt es oft ein vielfältiges Brainstorming, an dem viele mitwirken, zum Beispiel auch die Verlegerin des Grafit Verlag in Dortmund, wo unsere Bände seit Beginn an erscheinen. Schließlich entscheidet aber die Festivalleitung. Mit dem von uns in Auftrag gegebenen thematischen (literarischen) Mordauftrag schicken wir dann die Autoren in die einzelnen Orte zur Recherche. Natürlich hat jede Autorin/jeder Autor eine eigene Interpretation des von uns vorgegebenen Themas.


4. Nach welchen Kriterien werden die „Tatorte“ ausgesucht, also die Lesungsorte? Dieses Jahr ist zum Beispiel ein Bestattungsinstitut, der alte Schlachthof in Soest, eine Zahnarztpraxis unter den Schauplätzen.

Das Bestattungshaus und der Schlachthof Soest sind schon seit Jahren Spielorte des Festivals, in einer Zahnarztpraxis haben wir allerdings noch nie gelesen.

Die Hellweg-Region bietet viele spannende Orte, die förmlich danach rufen, inszeniert zu werden. Eine wichtige Säule des Festivals war deshalb auch von Anbeginn die besondere Lokalisierung der Veranstaltungen. Die Außenwirkung der Veranstaltungen resultiert neben zugkräftigen Autoren auch aus dem Ambiente der Räumlichkeiten.
Wenn wir zurückblicken, dann haben wir bereits in eine Reihe von spannenden Orten Veranstaltungen organisiert.

Wir waren in Burgruinen und auf Halden, in Zechentürmen, Kirchen, Museen, Fabrikgebäuden, Justizvollzugsanstalten, Bergwerken, Tresorräumen, in Golfclubs, Schwimmbädern, Mühlen, auf Booten und in Bussen, in einem ganzen Dorf, auf Bauernhöfen, in Autozentren, in Brauereien oder z.B. einem polnischen Restaurant und einem irischen Pub – Orte, die Wandel als auch Vielfalt der Region widerspiegeln. Und jedes Jahr kommen neue interessante Spielorte hinzu wie z.B.dieses Jahr die Five Star Rodeo Pferderanch in Bad Sassendorf, das Museumsdorf Barendorf in Iserlohn, das Wasserschloss Haus Lüttinghoff in Gelsenkirchen, das Kurhaus Bad Hamm, die Phänomenta in Lüdenscheid, die idyllische Dorfkirche Bönen-Flierich oder der ehemalige Gerichtsherrensitz Haus Witten.


5. Nun werden ja auch alle zwei Jahre die Autoren mit dem europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Die Besucher der Lesungen wählen per Karte, können aber auch im Internet wählen, wer denn nun den Preis erhält, der mit 11.111 € dotiert ist. Wer wählt im Vorfeld die Autoren aus, die nominiert sind? Gibt es auch da bestimmte Kriterien?

Das Prozedere ist genau festgelegt. Mord am Hellweg“ hat mit seinem 2008/2009 erstmals vergebenen „Europäischen Preis für Kriminalliteratur“ einen neuen Akzent gesetzt.

2009 wurde der Preis unter großer medialer Aufmerksamkeit an Henning Mankell verliehen, weitere PreisträgerInnen waren Håkan Nesser (2010/2011), Fred Vargas (2012/2013) und Jussi Adler-Olsen (2014/2015).

In diesem Jahr wird der Preis im Rahmen des Festivals zum fünften Mal ausgelobt. Der Preis ist mit 11.111 Euro dotiert und soll die literarische Bedeutung des Krimi-Genres in Europa stärken. Die Auszeichnung ehrt einen Autor, der sich mit seinem Wirken um die zeitgemäße Rezeption und Weiterentwicklung des europäischen Krimis verdient gemacht hat.

In der ersten Phase sind Verlage, Agenturen, Fachjournalisten, Fachleute etc. aufgerufen, Kandidaten, die die o.g. Kriterien erfüllen, zu benennen.

Nachdem die Vorjury – bestehend aus der Festivalleitung mit Sigrun Krauß und Dr. Herbert Knorr sowie Krimiautor Jürgen Alberts – daraus eine Vorauswahl erstellt hat, unsere sogenannte Shortlist mit elf Namen, wählt die international, jedes Mal neu besetzte, aus sieben renommierten KrimiautorInnen bestehende Hauptjury – 2016 Jussi Adler-Olsen (Dänemark), Christa Bernuth (Deutschland), Ursula Poznanski (Österreich), Bernard Minier (Frankreich), Yrsa Sigurðardóttir (Island), Mitra Devi (Schweiz) und das Autorenduo Nicci French (England) – die Kandidatinnen aus, die sich dann während des Festivals in einer Lesung dem Publikum stellen. In diesem Jahr sind Sebastian Fitzek (Deutschland), Arnaldur Indriðason(Island), Jo Nesbø (Norwegen) und Ingrid Noll (Deutschland) nominiert. Der Preis ist in seiner zweiten Phase ein Publikumspreis, d.h. es entscheiden die Krimifans per Abstimmung im Festivalzeitraum, wie der Gewinner bzw. die Gewinnerin heißt.


6. Ich kann mir vorstellen, dass es viel Arbeit ist, dieses Festival auf die Beine zu stellen. Wie viele Menschen arbeiten eigentlich mit daran, dass dieses Event zu einem großen Erfolg wird?


In der Tat ist „Mord am Hellweg“ ein Großprojekt, das mit einem sehr kleinen Team arbeitet.

(4 MitarbeiterInnen aus dem Westfälischen Literaturbüro , zwei aus dem Kulturbereich der Kreisstadt Unna , drei Volontärinnen und eben wir beide, die wir - neben dem Festival – übrigens ja auch jeweils noch viele andere Aufgaben haben).

Unsere Devise lautet aber trotzdem stets: „Nach dem Festival ist vor dem Festival“. Das Festival ist biennal, was bedeutet, dass wir auch gut ein Jahr für die Vorbereitungen, Recherchen, Weiterentwicklung des Konzeptes, Besichtigung neuer Orte etc. und vor allem für die Einwerbung der Gelder haben und brauchen. Das Land NRW ist zwar der größte Förderer des Festivals, wofür wir von Beginn an sehr dankbar sind, dennoch braucht ein solch ambitioniertes Projekt viele Unterstützer und Förderer. „Mord am Hellweg“ wird unter Federführung vom Kulturbereich der Kreisstadt Unna und vom Westfälischen Literaturbüro in Unna gemeinsam veranstaltet und organisiert, die Programmkonzeption, Werbung, Verpflichtung der Autoren und weiterer KünstlerInnen, Marketing, Presse -und Öffentlichkeitsarbeit, Mittelakquise, Einwerbung neuer Kooperationspartner, Ticketing u.v.m wird alles von uns zentral organisiert. Für die Umsetzung der einzelnen Veranstaltungen vor Ort sind die jeweiligen Kooperationspartner verantwortlich. Transfers der Autoren müssen geregelt werden, Ablaufpläne für die Veranstaltungen entworfen, Lesestellen herausgesucht, Moderatoren mit Infomaterial versorgt werden u.v.m. es steckt so viel Logistik hinter diesem Krimievent, das hier alles aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.


7. Besuchen Sie auch diverse Lesungen?

Die Frage haben Sie jetzt nicht wirklich ernst gemeint, oder? Zugegebenermaßen kann ich nicht alle 200 Veranstaltungen von Mord am Hellweg betreuen, aber so ca. 30 Lesungen sind es schon, die von uns jeweils betreut werden, dazu sind dann unsere MitarbeiterInnen auch noch jeden Tag mehrmals unterwegs Circus Criminale und Final Criminal Act sind obligatorisch.


8. Gibt es womöglich auch einen Lieblingsautoren? Vielleicht sogar ein anderes Genre, welches Sie gern lesen?

Krauß:  Es gibt eine Menge LieblingsautorInnen, die alle aufzuzählen sprengt das Format. Gestern Nacht habe ich mir eine Krimi-Pause gegönnt und gerade Benedict Wells „Vom Ende der Einsamkeit“ begonnen. Ein phantastisches Buch!!!. Ansonsten lese alles, was mir zwischen die Finger kommt; Zeitung, Magazine, Illustrierte (nur beim Friseur!), Krimis, Biografien, Romane, Reiseliteratur, Lyrik..nur eines lese ich nie, Waschzettel und Gebrauchsanleitungen für irgendwelche Geräte.

Knorr: Ich lese alles querbeet. Es bleibt einem bei meiner Tätigkeit auch gar nichts anderes übrig. Und wenn ich jemanden herausheben sollte, wird man mir das vielleicht übel nehmen. Denn irgendwann laufen Sie mir vielleicht über den Weg. Wenn überhaupt Schiller und Schnitzler!


9. Vielleicht möchten Sie mir und meinen Lesern noch etwas über Mord am Hellweg erzählen. Vielleicht etwas, das bisher so nicht erzählt wurde.

Es gibt Geheimnisse, die sollten auch solche bleiben :.)))


Zu guter Letzt möchte ich mich herzlich bei meinen beiden Interviewpartnern bedanken, dass sie mir Rede und Antwort gestanden haben.


Ich hoffe, ich konnte euch allen "Mord am Hellweg" ein wenig näher bringen. Und wer weiß, vielleicht ist der eine oder andere jetzt auf den Geschmack gekommen und schaut sich das Programm an und besucht womöglich die eine oder andere Lesung.

 

Samstag, 20. August 2016

Rezi: Liz Fenwick - Ein Garten in Cornwall

Klappentext:


Bitter enttäuscht von ihrem Freund lässt die junge Architektin Demi ihr Londoner Leben hinter sich und steigt in den Zug nach Cornwall. Dort hofft sie im Cottage ihres Großvaters unterzuschlüpfen. Doch diese Hoffnung zerschlägt sich. Stattdessen vererbt ihr ein gewisser Charles Lake völlig unerwartet einen Anteil an dem herrschaftlichen Anwesen Boscawen. Dessen Witwe Victoria ist alles andere als erfreut, hatte sie nach 40 Jahren Vernunftehe doch gehofft, nun endlich freie Hand über Boscawen und dessen wunderschönen Garten zu haben. Um herauszufinden, was hinter dem Testament steckt, und ob Boscawen beiden Frauen eine Zukunft bieten kann, müssen sie sich einem schmerzlichen Geheimnis aus der Vergangenheit stellen ...


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Veröffentlicht im Goldmann-Verlag (20.06.2016)
als TB gelesen ~*~ 480 Seiten
TB: 9,99 € ~*~ E-Book 8,99 €
ISBN: 978-3442484409
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Inhalt:


Vor ihrem alten Leben in London flüchtend, und auch vor ihrem Ex-Freund, der sie so bitter enttäuscht hat, begibt sich Demi auf die Reise nach Cornwall zu ihrem Großvater. Doch mit der Ruhe ist nichts, denn sie wird auf einmal Erbin eines Anteils des herrschaftlichen Anwesens Boscawen. Charles Lake hat ihr den Anteil vermacht.
Der andere Anteil gehört der Witwe Victoria. Diese dachte, sie hätte nun freie Hand mit dem Anwesen und mit dem Garten. Doch weit gefehlt. Beide müssen sich nun mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

Der Charakter der Demi gefiel mir zwar, doch ging mir ihr Verhalten manchmal auf den Keks, gerade dann, wenn sie ihre Minderwertigkeitskomplexe hatte, das man bei ihr nur ihre Oberweite sehen würde, statt auch, dass sie etwas im Kopf hat. 
Victoria hingegen gefiel mir sehr gut. Sie, die ihrem Mann fremd ging, aber es niemals für möglich gehalten hätte, das ihr Mann aus seiner Rolle heraus fällt. Ein zickiger Charakter, der doch tief blicken lässt, wenn man hinter die Fassade blickt.
Aber auch die Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen. Der eine mehr, der andere weniger gut ausgearbeitet, und trotzdem gut dargestellt.
Liz Fenwick hat mich mit diesem Buch auf eine Reise nach Cornwall mitgenommen, bei der ich mir den Garten des Anwesens Boscawen sehr gut vorstellen konnte. 

Die Geschichte hinter "Ein Garten in Cornwall" hat mich auch fasziniert. Eigentlich war schnell klar, wer Charles war, und doch war es interessant zu lesen, wie die Autorin dieses Detail in die 
Geschichte mit eingewoben hat.

Dies war bestimmt nicht mein letztes Buch von Liz Fenwick.

Mein Fazit:

Eine tolle Familiengeschichte, eine wunderbare Landschaft.  5 Sterne für Liz Fenwick´s "Ein Garten in Cornwall".


Ich bedanke mich beim Goldmann-Verlag sowie beim Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Montag, 25. Juli 2016

Rezi: Michael Koryta - Die mir den Tod wünschen

Klappentext:


Mach dich bereit - für den letzten Tag deines Lebens!!!!

An einem stürmischen Tag wird der vierzehnjährige Jace Zeuge eines brutalen Mordes. Jace kann entkommen – doch er weiß, dass die Verbrecher ihn gesehen haben. Die Blackwell-Brüder, ein psychopathisches Killer-Duo, wollen seinen Tod. Jace kann niemandem mehr vertrauen. Unter neuer Identität soll er in Montana Zuflucht finden. Ethan Serbin, ein erfahrener Überlebensspezialist, steht ihm in der gnadenlosen Bergwelt zur Seite. Derweil bahnen sich die beiden Killer ihren blutigen Weg und kreisen ihre Opfer immer weiter ein. Für Ethan und Jace beginnt ein furioser Höllenritt …


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Veröffentlicht im Heyne-Verlag (11.04.2016)
als broschierte Ausgabe gelesen ~*~ 480 Seiten
broschierte Ausgabe: 12,99 € ~*~ E-Book 9,99 €
ISBN: 978-3453438446
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Inhalt:

Jace ist 14 Jahre und muss in seinen jungen Jahren miterleben, wie ein Mann von zwei anderen Männern brutal ermordet wird. Als ob das nicht schon ausreichend wäre, muss Jace in ein Zeugenschutzprogramm untergebracht werden, denn die beiden Männer - die Blackwell-Brüder - sind hinter ihm her. Und so kommt Jace zu Ethan, der ein erfahrener Bergwanderer und Überlebensspezialist ist, allerdings unter falschem Namen. Ethan weiß zwar, dass ein Junge in seiner Wandergruppe ist, der verfolgt wird und deshalb in ein Zeugenschutzprogramm untergebracht werden soll, aber ihm wird nicht gesagt, wer er ist.
Die abenteuerliche Reise beginnt, in der der Ethan den Jugendlichen beibringt, wie man Unterstände baut, Feuer macht, Zelte aufstellt. Es gibt viel gemurre von den Kids, nur Jace saugt alles in sich auf. Lange kann er die Fassade allerdings nicht aufrecht erhalten, die er sich mühsam aufgebaut hat, um nicht erkannt zu werden.
Und dann kommt es in einer Nacht dazu, dass Ethan einen Notruf mitbekommt, in dem es um seine Frau geht. Da brennen Jace die Sicherungen durch und er kapselt sich beim Abstieg von der Gruppe ab.

Jace ist ein interessanter Charakter, ein 14jähriger, der noch seinen Platz im Leben sucht. Der gewisse Interessen hat, aber auch nicht auffallen will. Ich finde, er wurde von dem Autoren Michael Koryta sehr authentisch dargestellt.
Auch der Charakter des Ethan war sehr gut dargestellt. Er hat sich von den nörgelnden Jugendlichen nicht aus dem Konzept bringen lassen, sondern sein Ding durchgezogen, denn falls es zum äußersten mal kommen sollte, wollte er, dass die Jugendlichen vorbereitet sind.
Doch der Charakter der Hannah gefiel mir am besten. Warum genau, kann ich gar nicht erklären. Dieser Charakter war einfach toll, glaubwürdig, auch wenn sie mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat.
Die Figuren der Blackwell-Brüder waren auch einfach genial. Ohne viel verraten zu wollen, so musste ich irgendwie immer wieder bei ihren Gesprächen schmunzeln.


Der Schreibstil des Autoren gefällt mir auch sehr gut. Leicht und locker zu lesen. Eine gewisse, fast greifbare Spannung war ebenfalls zu spüren und das fand ich sehr gut. Es machte es mir fast unmöglich, das Buch aus den Händen zu legen.
Er hat es geschafft, die Gefühle, die die einzelnen Charaktere empfunden haben, die Angst, die Liebe, etc. so gut darzustellen, das ich sie beinahe selbst gefühlt habe. Wie sagt man so schön? "Ich konnte die Angst fast riechen!"

Mein Fazit:

Ein toller Thriller, der in den Bergen von Montana spielt. Du willst wissen, was genau in dem Buch abgeht? Ich kann es nur empfehlen und gebe gerne 5 Sterne. Die Story wird dich packen!!!


Ich danke dem Heyne-Verlag sowie dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 22. Juli 2016

Rezi: Constanze Wilken - Sturm über dem Meer

Klappentext:

Sie soll eine versunkene walisische Burg untersuchen – und stößt auf ein Rätsel aus ihrer eigenen Familie...

Als die junge Archäologin Dr. Samantha Goodwin den Auftrag erhält, eine vor der walisischen Küste versunkene Burganlage zu untersuchen, sagt sie begeistert zu. Sie freut sich nicht nur auf die interessante Arbeit, sondern auch auf ein Wiedersehen mit ihrer Großmutter Gwen, die im nahegelegenen Fischerdorf Borth lebt. Dann stößt Sam bei ihren Untersuchungen auf ein Skelett, das seit höchstens sechzig Jahren auf dem Meeresgrund liegt. Gwen ist davon überzeugt, dass es sich um Sams Großvater Arthur handelt, der vor Jahren in einer stürmischen Nacht auf dem Meer verschwand. Samantha beginnt nachzuforschen und begibt sich in große Gefahr. Denn manchmal ist es besser, die Toten ruhen zu lassen ...

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Veröffentlicht im Goldmann-Verlag (21.12.2015)
als TB gelesen ~*~ 480 Seiten
Taschenbuch: 9,99 € ~*~ E-Book 8,99 €
ISBN: 978-3442483495
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Inhalt:

Sam und Christopher haben sich getrennt, doch ihr Ex hat schon eine neue, und die neue Frau an seiner Seite macht ihr das Leben ziemlich schwer.
Als Sam allerdings von einem Auftrag in Wales erfährt, noch dazu in dem gleichen Ort, in dem ihre Großmutter Gwen wohnt, nimmt sie diesen Auftrag an und macht sich daran, die Legende um die walisische Burganlage zu untersuchen. Denn nach dem letzten Sturm sind versteinerte Baumstämme freigespült worden.
Allerdings ist es nicht das einzige, was gefunden wird. Als Max, der Sohn vom Werftbesitzer Luke, einen Ring aus dem Meeresboden fischt, ist klar, dass dieser Ring zu Arthur gehört, Sam´s Großvater. Bei weiteren Untersuchungen stößt sie auf die Überreste ihres Großvaters. Doch nicht jeder ist damit einverstanden, dass Sam in der Vergangenheit wühlt...

Als erstes muss ich anmerken, dass es mir sehr viel spass bereitet hat, dieses Buch zu lesen. Es hatte keine Längen und der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen. Eine gewisse Spannung hat die Autorin hier sehr gut mit eingewoben, und zwar so gut, dass ich nur selten das Buch aus der Hand gelegt habe.

Die Autorin hat es geschafft, vor meinem inneren Auge eine Landschaft so lebendig wirken zu lassen, als wäre ich direkt vor Ort gewesen. Es war, als könnte ich beim lesen das Meer riechen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, einmal zu der Zeit, als Gwen noch jung war und ihre Liebe zu Arthur gerade entstand bishin in das Jahr 1955.
Die zweite Ebene spielt in der Gegenwart und Sam beginnt mit den Grabungen und Ausmessungen der alten Baumstämme, die der letzte Sturm freigespült hat. Doch irgendjemand hat etwas dagegen, denn Sam hat das Gefühl, beobachtet zu werden. Als sie dann eines Abends vor dem Cottage ihrer Großmutter auch noch überfallen wird, stimmt es sie nur noch nachdenklicher, doch sie lässt sich nicht davon abbringen, Licht in die Vergangenheit zu bringen.

Sam ist ein toller Charakter, der mir direkt am Anfang gefallen hat. Hervorragend herausgearbeitet, ohne zusehr ins Detail zu gehen. Doch wie sie an manchen Stellen reagiert, macht sie ziemlich menschlich.
Auch Gwen hat mir gefallen, aber ich glaube, Gwen ist ein Charakter, der muss einem eigentlich sofort gefallen.

Und dann ist da das Geheimis, welches man als Leser enthüllen möchte, in dem man mit Sam und Luke miträtselt, was früher vorgefallen war, was mit Arthur passiert ist und warum Sam überfallen wurde. Der eine oder andere Verdacht ist da, den man selber hegt, und doch hat die Autorin es sehr gut verstanden, die Fäden so miteinander zu verweben, dass man sich teilweise echt unschlüssig ist, ob man mit seinem Verdacht noch richtig liegt, oder eher nicht.

Mein Fazit:

Eine tolle Familiengeschichte mit einem Geheimnis, das nach und nach aufgedeckt wird. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. 5 Sterne!!!!


Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 17. Juli 2016

Rezi: Kate Morton - Das Seehaus

Klappentext:

Eine Mittsommernacht am See, die noch jahrzehntelang ihre Schatten wirft

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …

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Veröffentlicht Diana Verlag (29.02.2016)
als E-Book gelesen ~*~ 609 Seiten
geb. Ausgabe: 22,99 € ~*~ E-Book 18,99 €
ISBN: 978-3453291379
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Inhalt:

Ein wundervolles und prächtiges Landgut der Familie Edevane in Cornwall. Doch eine Mittsommernacht überschattet noch heute das Anwesen.

Alice ist 16 und fiebert dem Mittsommernachtsfest entgegen. Jedes Jahr ist es das Highlight des Jahres. Doch es sind gleich zwei Ereignisse, die Alice aus der Bahn werfen. Bei einem Ereignis gibt sie sich sogar selber die Schuld. 

Im Jahre 2003 sieht die Welt schon besser aus. 
Sadie ist Polizistin und muss gezwungenermaßen einen Urlaub antreten, den sie gar nicht antreten möchte. Sie muss ihn antreten, weil sie ihrem Instinkt vertraut hat, und genau das ist ihr angekreidet worden. 
Als sie zu Bertie, ihrem Großvater kommt, macht sie sich auf eine Joggingrunde, nimmt die Hunde mit und durch Zufall trifft sie auf das verlassene Anwesen der Edevanes. Sie stellt Nachforschungen an, als sie erfährt, warum die Familie damals das Anwesen verlassen hat. Liegt Sadie wirklich richtig oder sollte sie ihre Nachforschungen einstellen und die siebzig Jahre zurückliegende Tragödie auf sich beruhen lassen?

Kate Morton hat hier ein paar Charaktere erschaffen, die mich sehr überzeugen konnten. Andere hingegen wirkten auf mich blass und fad. Alice fand ich sehr toll als Figur. Sie wirkte auf mich authentisch und nicht gekünstelt. Auch das sie im jungen Alter anfing, sich Geschichten auszudenken, einfach klasse.
Ihre beiden Geschwister hingegen wirkten auf mich sehr blass. Sie waren nicht so gut heraus gearbeitet. Schade eigentlich, auch wenn sie "nur" eine Nebenrolle spielten. 

Auch wenn mir einige Charaktere sehr gefielen, muss ich sagen, dass mir die Geschichte teilweise einfach zu ausschweifend war. Sie wurde durch diverse Dinge einfach zu sehr in die Länge gezogen, was ich auch sehr an meinem Lesetempo gemerkt habe. Ich habe lange gebraucht, um dieses Buch zu lesen. Ich als Leserin, möchte nicht wissen, wie Alice ihren Tee trinkt oder zu welchen Uhrzeiten sie was zu tun gedenkt. 
Ich habe mich auch so manches mal dabei ertappt, wo ich dachte "Och nee, nicht schon wieder ein Zeitenwechsel", denn die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Eigentlich mag ich solche Bücher, doch ein solcher Gedanke kam mir bisher nie so wirklich in den Sinn.
Das Ende hingegen, welches ein Jahr nach den Ereignissen in der Gegenwart spielt, fand ich ziemlich abrupt und freudlos dahin geschrieben...

Mein Fazit:

Wirklich überzeugt bin ich von "Das Seehaus" nicht. Schade, denn das Cover ist so wunderschön. Auch waren mir einige Dinge sehr schnell am Anfang klar, auch wenn diverse falsche Fährten mich davon abbringen wollten. 3 Sterne für eine eigentlich gelungene Geschichte, die aber leider zuviele Längen hatte.


Ich bedanke mich recht herzlich bei der Verlagsgruppe Random House GmbH für das Rezensionsexemplar, welches mir zur Verfügung gestellt wurde.

Dienstag, 5. Juli 2016

[Abgebrochen] Rezi: Wendy Walker - Nichts ist je vergessen

Klappentext:

Du musst dich erinnern, Jenny. Du musst dich erinnern, was in jener Nacht im Wald geschehen ist.
Fairview, eine beschauliche Kleinstadt in Connecticut. Die 16-jährige Jenny Kramer wird Opfer einer brutalen Attacke und kommt schwer traumatisiert ins Krankenhaus. Dort wird ihr auf Wunsch ihrer Eltern ein Medikament verabreicht, das ihr helfen soll. Ein Medikament, das jegliche Erinnerung an den schrecklichen Vorfall auslöscht.
Danach hat Jenny keine Bilder mehr für das, was passiert ist. Da ist nur noch Schwärze. Sie bemüht sich weiterzuleben wie zuvor, beinahe so, als ob nichts geschehen wäre, während ihre Mutter Charlotte krampfhaft versucht, so etwas wie Normalität wiederherzustellen, und ihr Vater Tom wie besessen ist von dem Gedanken, den Täter, der seiner Tochter das angetan hat, zu überführen.
Doch das Nicht-Erinnern-Können wird für Jenny mehr und mehr zu einem Albtraum. Denn ihr Körper weiß noch immer, was ihm angetan wurde. Gemeinsam mit dem Psychiater Alan Forrester, der auf Fälle wie Jenny spezialisiert ist, versucht sie, Stück für Stück Licht in das Dunkel jener Nacht zu bringen, die Chronologie der Ereignisse wiederherzustellen. Aber kann sie denen, die sie dabei unterstützen wollen, vertrauen? Wie manipulierbar ist Erinnerung? Und helfen die Erinnerungen, die langsam zu ihr zurückkommen, wirklich, den Schuldigen zu finden?

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Veröffentlicht Fischer Verlag (23.06.2016)
als broschierte Ausgabe gelesen ~*~ 384 Seiten
TB-Ausgabe: 14,99 € ~*~ E-Book 12,99 €
ISBN: 978-3651025424
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Inhalt:


Es geht um die 16jährige Jenny, die in ihrem jungen Leben eine echt heftige und brutale Attacke mitmachen muss. Schwer traumatisiert kommt sie ins Krankenhaus und ihre Eltern entscheiden sich für ein Verfahren, das sie alles vergessen lässt. Doch vergisst sie wirklich alles?

Eigentlich hört sich dieser Klappentext schon echt toll an. Man geht davon aus, dass man von einem richtig nervenaufreibenden Thriller gepackt und mitgezerrt wird, zumal dieses Buch auch als "Thriller des Jahres" vermarktet wird.
 Leider trifft das überhaupt nicht zu, zumindest meiner Meinung nach.

Es wird aus Sicht des Psychiaters Alan Forrester erzählt. Mit ihm begibt man sich auf die Suche nach Jennys Erinnerungen. 
Leider wird das alles davon begleitet, dass der Psychiater gleich die gesamte Familie therapieren muss, weil jeder irgendwo seine Geheimnisse hat. Aber wirklich vorwärts kommt man wärend der 130 Seiten, die ich gelesen habe, nicht.

Mein Fazit:

Für mich ist es definitiv nicht der Thriller des Jahres. Ich kam mir eher wie bei einer Erzählung vor, die trocken und langweilig vorgetragen wurde. Mir fehlte der Thrill, auch wenn die Geschichte des Mädchens sehr schlimm war. Trotzdem fehlten mir die Emotionen, die ein Thriller, oder egal welch anderes Genre, in mir auslöst. Ich fühlte mich nicht unterhalten und dementsprechend gelangweilt. Eigentlich kein Stern würdig, trotzdem muss ich dem Buch ja 1 Stern geben.

Montag, 27. Juni 2016

Rezi: Lee Child - Die Gejagten

Klappentext:


Jack Reacher betritt den Stützpunkt seiner ehemaligen Einheit bei der Militärpolizei, und ahnt nicht, was ihm bevorsteht. Er ist nach Virginia gereist, um seine Nachfolgerin Major Susan Turner kennenzulernen. Doch wenig später wird klar, was für ein großer Fehler es war, einen Militärstützpunkt zu betreten. Denn wie jeder ehemalige Soldat der USA ist Reacher Reservist. Prompt erhält er seinen Einberufungsbefehl und wird außerdem des Mordes angeklagt und verhaftet. Reacher gelingt die Flucht aus dem Gefängnis, doch seine wichtigste Frage bleibt zunächst ungeklärt: Wer versucht ihn auf diese Weise kaltzustellen?




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Veröffentlicht über Blanvalet (27.06.2016)
 Geb. Ausgabe gelesen ~*~ 448 Seiten
TB-Ausgabe: 9,99 € ~*~ E-Book 15,99 €
ISBN: 978-3764505424
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Inhalt:

Nachfolgerin auf dem Stützpunkt der 110th MP Special Unit ist Major Susan Turner, die Jack Reacher über das Telefon kennen lernt. Da sie eine angenehme Stimme hat, möchte er sie kennen lernen und macht sich auf den Weg nach Virginia.

Als er den Stützpunkt betritt, weiß er noch nicht, das er nicht auf Major Turner treffen wird. Statt dessen trifft er auf Colonel Morgan. Und dieser teilt ihm mit, das Reacher wieder in den Dienst berufen wurde. Das geht ziemlich einfach, wenn man Reservist ist. Doch das ist nicht das einzige, was ihm mitgeteilt wird.
Ihm wird mitgeteilt, das ihm eine Vaterschaftsklage angehängt wurde. Komisch ist aber, dass Reacher sich an die Frau nicht erinnern kann, mit der er ein Kind haben soll.
Ein weiteres Verfahren wird ihm angehängt, in dem es um eine eidesstattliche Versicherung geht, die das tote Opfer unterschrieben haben soll. An diesen Fall allerdings erinnert er sich, doch gibt er an, es nicht gewesen zu sein.
Er findet heraus, dass Major Turner festgenommen wurde, denn sie habe Informationen zu lange zurück gehalten und war bestechlich.

Jack Reacher ist eine Figur, die ich liebe. Auch wenn ich nicht alle Bücher gelesen habe, so muss ich sagen, entweder man mag Jack Reacher, oder eben nicht. Ein Dazwischen gibt es nicht.
Er ist verschroben, er ist nicht perfekt. Genauso wie es sein muss. Er hat keine Vergangenheit, die ihn sehr quält. Er ist nicht sesshaft.
Seine Art und Weise, wie er arbeitet, wie er kombiniert, gefällt mir einfach. So stelle ich mir einen richtig guten Major bei der Army vor.
Es geht nicht immer alles so aus, wie er es gern hätte, denn sonst würde es auch langweilig werden.

Aber auch die anderen Figuren wirken sehr authentisch, was ich als Pluspunkt werte. Ich habe die ganze Zeit gerätselt, wer "Romeo und Julia" sind, welche Charaktere dahinter stecken könnten. Auch wenn ab einer gewissen Zeit ich mir denken konnte, wer noch in die Machenschaften verwickelt ist, dass Jack Reacher soviel Mist am laufen hat.

Der Schreibstil ist einfach zu lesen, was das Buch in meinen Augen zu einem echten Page-Turner mutieren lässt.

Mein Fazit:

Mein zweiter Jack-Reacher-Thriller, den ich von Lee Child gelesen habe. Und wieder war ich begeistert. Und doch fehlte mir ein kleiner Tick, um volle Sterne zu geben. 4 Sterne für Lee Child und "Die Gejagten".


Das ist die Reihenfolge der Jack-Reacher-Thriller:

- Größenwahn
- Ausgeliefert
- Sein wahres Gesicht
- Zeit der Rache
- In letzter Sekunde
- Tödliche Absicht
- Der Janusmann
- Die Abschussliste
- Sniper
- Way out
- Trouble
- Outlaw
- Underground
- 61 Stunden
- Wespennest
- Der Anhalter
- Die Gejagten

Ich bedanke mich herzlich bei dem Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar.